ALEX SCHRAMM – EIN JUNGER ARCHITEKT ÜBERRASCHT MIT NEUEN FORMEN

„Nachhaltiges Design sehe ich als Möglichkeit bessere Architektur anzubieten, die über einen hohen ökologischen Ansatz sowohl wirtschaftliche als auch gesundheitliche Vorteile bringen kann.“

Dies ist nur einer der Grundsätze mit denen sich der Architekt Alexander Schramm neuen Projekten nähert. Er selbst gewann zuletzt 2018 den MIPIM ASIA AWARD. Schramms typisches Design bereichert inzwischen weltweit die Metropolen, in dem es ihm immer um die Verbindungen geht. Wie führt man Menschen zueinander? wie entwickelt man ein nachhaltiges Verhältnis von Ort und Natur?

Dies zeigt sich nicht zuletzt in seinen mal schwungvollen, mal geometrisch Fassaden, die selbstbewusst und doch spielerisch mit ihrer Umgebung kommunizieren.

Alex Schramm ist es wichtig sinnvoll mit dem umzugehen, was ein Ort anbietet.
Darum lässt er relevante Design-Taktiken gekonnt in die Raumplanung einfließen, die eine weitreichend aktive Nutzung des lokalen Klimas ermöglichen.

„Nachhaltigkeit ist eine Art Balance“

Eine besondere Herausforderung stellt dabei das Fassadendesign. Hier variiert der Anspruch mit den Tageszeiten. Dabei geht es um Kühlung und Wärmespeicherung, sowie das organisieren von Licht und Schatten und der Ein- und Ausblicke.

„Bewohner sollten sich immer wohlfühlen können“.

Während der Arbeit ist Licht sehr wichtig, aber auch mögliche Variationen der Arbeitsweise, sowie die Gestaltung von Pausen. Die Anforderungen an die Architekten sind heutzutage unglaublich komplex. Alex Schramm ist es es gerade deswegen besonders wichtig, in den Entwürfen genügend Schlichtheit zu bewahren. Das ermöglicht den Nutzern ihr Leben und ihre Arbeit hinzuzufügen.

Auch bei der Auswahl der Materialien geht es Architekt Schramm um das Klima. Er versucht weniger Stahl und mehr Holz, Zementalternativen, sowie Komposite mit wiederverwerteten Materialien zu benutzen. Dabei schätzt er den unvermeidlichen Alterungsprozess der verschiedenen Baustoffe, den er ganz bewusst in eine Planung mit einbezieht. Dieser verleiht und einem Gebäude mit der Zeit seinen individuellen Charme.

„Auch Beton kann sich in rauem Zustand sehr schön entwickeln“, betont der Architekt und schmunzelt.

Alex Schramm, in Frankfurt am Main geboren, ist heute noch froh seine ersten Sandkastenprojekte und Baumbehausungen überlebt zu haben. Glücklicherweise hatte er bereits während der Schulzeit die Möglichkeit in Harvard Sommerkurse in Architektur zu belegen. Dort konnte er ungehemmt seiner Leidenschaft nachgehen und die Nächte hindurch entwerfen und basteln. Damit war der Grundstein für den späteren Beruf zementiert. Auf meine Frage, was er jungen Studenten aus heutiger Sicht empfiehlt, antwortet er nachdenklich:

„Ich empfehle ihnen, sich neben der Architektur auch mit anderen Themen zu befassen. Das kann alles Mögliche und auch Unmögliche sein. Zum Beispiel Soziologie, Biologie, Philosophie, Poesie, Kunst u.s.w.. Es ist notwendig den geistigen Horizont stetig zu erweitern um immer neue Ansätze zu finden.“

Historisch besonders findet er selbst die primitive Architektur interessant. Der Stil und die Bauweise sind eng miteinander verbunden.
Vielleicht wird auch sein neues Projekt davon inspiriert. Schramm plant gerade ein ECO-Village, zu dem auch ein Landscape-Hotel gehören wird. Es geht mal wieder um Nachhaltigkeit und um die Einbindung von Bio Landwirtschaft, sowie Eco Tourismus in einer naturbelassenen Umgebung. Er freut sich auf dieses Projekt und wir sind gespannt, was er dort entwickeln wird.

LIVING MANUFACTURING 20.01.2020